bad-blankenburg.aufdemnetz.de http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de en-US http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss socportals@mediacolo.com Elektromobilität und High-Speed-Train: Was Deutschland von China lernen kann “Bitte entschuldigen Sie die Verspätung. Leider können wir aus technischen Gründen nicht schneller fahren. Sie können sich im Bord-Restaurant ein Freigetränk abholen – ein alkoholfreies.” Es ist ein Sonntagabend im März. Ich sitze in der Bahn auf dem Weg von Heilbronn nach Berlin. Und es gibt so einige Probleme. Nicht nur, dass es einem absurd vorkommt, dass die Strecke von Heilbronn über Heidelberg, Mannheim, Frankfurt, Fulda, Göttingen, Erfurt, Leipzig und Wittenberg zickzack durchs ganze Land bis nach Berlin führt und sechseinhalb Stunden dauern soll.Nein, beim Umstieg von der Regionalbahn auf den ICE gibt es auch noch technische Probleme. Hunderte Passagiere frieren sich in Mannheim am Gleis bei eisigem Wind und gefühlten fünf Grad Celsius Hände und Füße ab, während die angekündigte Verspätungszeit immer weiter steigt von 10, auf 20 bis schließlich auf 45 Minuten. Und dann dauert die Fahrt am Ende insgesamt 2,5 Stunden länger als geplant. Denn endlich im warmen ICE angekommen heißt es, “Schnellfahren? Geht nicht.”Es ist eine Geschichte, wie sie so oder so ähnlich wohl schon jeder Deutsche erlebt hat, der ab und an mit der Bahn fährt.Deutschland fühlt sich im Fernverkehr manchmal wie ein Entwicklungsland an. Und auch die Straßen unserer Städte sind weiterhin vollgestopft mit stinkenden Benzinern und Dieselfahrzeugen. Doch warum ist das so?Ein Blick nach China zeigt, wie es besser läuft. Mit über 28 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen im Jahr ist China zwar mit Abstand der größte Klimasünder der Welt – auf Platz 2 liegen die USA mit rund 16 Prozent,  Deutschland liegt mit rund 2,2 Prozent auf Platz 6. Dennoch könnte sich die Bundesrepublik eine Scheibe nachhaltige Mobilität von der Volksrepublik abschneiden.Elektromobilität ist Teil des chinesischen AlltagsChina hat im Grunde ähnliche Verkehrs-Probleme wie Deutschland. Die Luft ist dreckig, die Straßen sind verstopft. Doch es werden andere Mechanismen eingesetzt, um das Thema Verkehr und Mobilität nachhaltiger zu gestalten. Die Volksrepublik setzt vor allem auf Elektromobilität. Sei es im Bezug auf das eigene Auto, auf den Nahverkehr mit elektrifizierten Bussen und Bahnen oder mit E-Rollern – E-Mobilität ist fester Bestandteil des chinesischen Alltags. Natürlich sollte der Strom dafür bestenfalls auch grün sein. “Aber eines ist ganz klar: Im Vordergrund steht für China das Thema Umweltschutz und nicht das Thema Klimaschutz. Anders formuliert: Der große Treiber ist die Verbesserung der Luftqualität”, sagt Sandra Retzer im Gespräch mit der HuffPost. Sie ist Deutsche, lebt seit Jahren in China und arbeitet dort für für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (Giz), um herauszufinden, was die Volksrepublik in Sachen Klimaschutz und Elektromobilität besser macht als Deutschland.Zahlen und Fakten zur Elektromobilität:Der Marktanteil von E-Fahrzeugen ist weltweit auf 2,4 Prozent der Neuzulassungen im Jahr 2018 gestiegen, wie das das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach im Januar mitteilte.60 Prozent der weltweiten Nachfrage kommt der Studie zufolge aus China. Dort wurden 2018 eine Million Elektro-Autos und 202.000 elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge verkauft – eine Steigerung von 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.Der Marktanteil liegt in der Volksrepublik jetzt bei 4,5 Prozent.Für 2019 wird ein Zuwachs auf 1,6 Millionen E-Fahrzeuge prognostiziert.Zum Vergleich: In den USA liegt der Marktanteil von Elektro-Autos bei 2,1 Prozent. In Deutschland erhöhte sich der Marktanteil von 1,6 auf 2 Prozent, in Norwegen ist fast jedes zweite neu zugelassene Auto ein elektrisches, in Schweden sind es 8,1 Prozent, in den Niederlanden 6,0 und in Großbritannien 2,5 Prozent.Die chinesische Regierung verfolgt seit Jahren einer ganz klare Agenda. “Made in China 2025” ist die Strategie der Volksrepublik, ganz bestimmte Industriezweige und Technologie zu entwickeln, voranzutreiben. Um die Luftqualität zu verbessern – aber auch, um den Weltmarkt zu erobern.China denkt breiter und größer als Deutschland – und setzt alles daran, bei Themen wie dem autonomen Fahren oder der Elektromobilität ein starker internationaler Player zu sein.Neue Technologien werden von den Chinesen schnell angenommen“Ein Beispiel: In Deutschland sind aktuell rund 186 reine E-Busse in Betrieb, was teilweise als Erfolg gefeiert wird. Im Vergleich: Die gesamte Busflotte der südchinesischen Stadt Shenzhen (16.000 Fahrzeuge) ist bereits heute komplett elektrisch unterwegs. Und das ist nur der Anfang”, erklärt Retzer.Ein weiterer großer Vorteil für Mobilitätsunternehmen ist die fortgeschrittene digitale Infrastruktur – und die hohe Akzeptanz neuer Technologien unter den Chinesen. So hat das World Economic Forum beispielsweise jüngst gefragt, wie Bürger autonomes Fahren akzeptieren würden. Das Ergebnis: 75 Prozent der chinesischen Konsumenten haben angegeben, sie würden sofort so ein Auto nutzen. In den USA waren es 53, in Deutschland sogar nur 42 Prozent.Neue Technologien werden schnell angenommen – und ein Produkt verschwindet eventuell auch wieder schnell, wenn es nicht profitabel war.So auch beim Thema Bike-Sharing. Die Nachfrage nach den Zweirädern wuchs in der Volksrepublik innerhalb kürzester Zeit rasant. “Es war wunderschön zu beobachten, wie plötzlich wieder richtig viele Chinesen auf dem Rad unterwegs waren – und es war grundsätzlich eine tolle Lösung für das Problem mit der letzten Meile”, sagt Retzer.Aber dann ist das Ganze aus dem Ruder gelaufen. Es waren viel zu viele Fahrräder, die einfach irgendwo hingeschmissen wurden.Die Chinesen fahren wieder mehr FahrradEs fehlte an expliziten Stellplätzen für die Räder. “Aber China packt solche Themen dann schnell an. Die Regierung hat unheimlich schnell darauf reagiert und eine verpflichtende Guideline für Städte herausgegeben, um das Chaos zu lösen”, sagt Retzer. Grundsätzlich hat der Radverkehr in der Volksrepublik in den letzten Jahren wieder stark an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 1986 haben beispielsweise die Bürger Pekings noch 63 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt, doch dann kauften sich immer mehr Chinesen Autos und der Nahverkehr entwickelte sich im Zuge der schnell wachsenden Metropolen, bis im Jahr 2012 in Peking nur 16 Prozent der Wege mit dem Rad zurückgelegt wurden.Doch seitdem das Bewusstsein der Chinesen für Luftverschmutzung gestiegen ist und sie keine Lust mehr haben, stundenlang im Stau zu stehen, erlebt das Zweirad eine kleine Revolution. Es gibt im gesamten Land inzwischen mehr als 100 verschiedenen Fahrradleihsysteme, Fahrrädewege werden ausgebaut – in Xiamen, einer 3,6 Millionen Einwohner Stadt im Südosten des Landes, wurde im Jahr 2017 der längste erhöhte Radschnellweg der Welt eingeweiht. Er ist 7,6 Kilometer lang.  Plattformen wie WeChat vereinen alle Mobilitäts-AngeboteDie Plattform WeChat ist ein weiteres Beispiel dafür, warum China den Turn Richtung nachhaltiger Mobilität schafft.Über die App sind nicht nur alle Mobilitätsangebote buchbar, sondern die Chinesen nutzen sie auch zum Kaufen von Kinotickets, dem Verwalten ihrer Strom- und Wasserrechnungen, als Lieferservice für Essen oder zum bargeldlosen Bezahlen – ein Großteil des Alltags vereint auf einer einzigen Plattform.Dass die chinesische Regierung die App überwacht, nehmen ihre Nutzer dabei in Kauf, sagt Retzer. “Auch ich als Ausländerin mache mir in China keine Gedanken darüber, dass WeChat im Grunde genommen eine offene Datenplattform ist. Dass das alles transparent ist, ist den Menschen bewusst und wird so akzeptiert.”Auch beim Nahverkehr investiert China viel – natürlich ist auch das alles elektrisch. Wie eine Bloomberg-Studie ergeben hat, sind zum Beispiel rund 380.000 E-Busse in der Volksrepublik unterwegs. Im Rest der Welt sind es zusammengenommen nur rund 5000 Stück.Doch zu dieser Wahrheit gehört auch, dass China andere Voraussetzungen hat als Deutschland und Europa, was Massenmobilität angeht. Zahlen und Fakten zum Schienenverkehr in China:Bis zum Jahr 2020 wird das Netz für Fernzüge mehr als 150.000 Kilometer umfassen.30.000 Kilometer davon werden Hochgeschwindigkeitsbahntrassen sein – 2008 ging die erste Strecke in Betrieb. Ende 2018 verband das High-Speed-Train-Netz Dutzende Städte im ganzen Land und beförderte mehr als 18 Milliarden Passgiere im Jahr.Für die 1.318 Kilometer lange Verbindung von Peking nach Shanghai beispielsweise benötigt der neueste Zug vier Stunden und 18 Minuten, für die 2.298 Kilometer von Peking nach Guangzhou acht Stunden und eine Minute.Auch der Ausbau des Nahverkehrsnetzes steigt seit Jahren stetig. 2013 umfasste das U-Bahnnetz laut dem China Statistical Yearbook 2366 Kilometer, 2017 waren es 5033 Kilometer. 2020 soll die Betriebsleistung des Stadtbahnnetzes auf mehr als 7.000 Kilometer steigen.Bis 2035 will China – nach eigenen Angaben – über das am besten entwickelte Schienennetz der Welt verfügen.“Die Chinesen haben erst vor 15 Jahren mit dem Thema angefangen und konnten daher aus den Fehlern, die anderorts gemacht wurden, sehr viel lernen. Das bedeutet auch, dass man die Bevölkerung nicht erst vom Auto weg bekommen muss, sondern sie sofort die neuen Dienst nutzen und kennen lernen”, sagt Don Dahlmann im Gespräch mit der HuffPost. Er beschäftigt sich als Autor und Journalist seit Jahren mit Themen wie der Zukunft der Mobilität, Smart Cities und Energie.Autofahren muss in Deutschland teurer und unattraktiver werdenEs gibt auch in Deutschland zahllose Angebote wie Carsharing, E-Roller, Ridesharing – aber nichts davon scheint richtig einzuschlagen. Journalist Dahlmann glaubt, dass viele dieser Angebote deswegen in Deutschland Startschwierigkeiten haben, weil niemand zunächst freiwillig auf sein privates Auto verzichten will.  “Hier müssen Staat und Kommunen mit Lenkungsabgaben (Anm. d. Red.: Steuern, die erhoben werden, um das Verhalten der Bürger in eine umweltfreundliche Richtung zu lenken) eingreifen. Wenn wir uns die chinesischen Städte anschauen, können wir davon vor allem lernen, dass die Politik konsequent auf E-Mobilität setzen muss.” Er leitet daraus radikale Forderungen ab.Autofahren müsse in Deutschland generell teurer werden, zum Beispiel indem der Mineralölsteuer-Anteil und Parkgebühren erhöht, attraktive Car- und Ridesharing-Angebote durchgesetzt, eine Pkw-Maut auf Autobahnen eingeführt werden. “Es gibt viele Möglichkeiten, sanft in eine Richtung zu schubsen”, sagt er.Der zweite Punkt ist: “Die Menge der Autos, die in einer Stadt fahren dürfen, muss begrenzt sein”, sagt Dahlmann. Auch in China – wer beispielsweise in Peking ein Kennzeichen für ein neues Auto beantragt, bekommt das nur über ein Lotterie-Verfahren. Und wer sich ein E-Auto kauft, hat deutlich höhere Chancen, an ein Kennzeichen zu kommen als mit einem Benziner. China setzt massiv auf erneuerbare Energien – doch nicht ausschließlichAll diese Entwicklungen und Chinas Mut, Dinge auszuprobieren, zeigen Wirkung. Retzer lebt seit Jahren in China und hat am eigenen Leib gespürt, wie sich die Luftqualität in den letzten Jahren verbessert hat.“Aber natürlich ist auch klar, dass es hierbei vor allem um lokale Luftverschmutzung geht und nicht um die großen Klimaschutzziele. Da gibt es noch viel zu tun – dessen ist sich die Volksrepublik bewusst”, sagt Retzer. Und klar ist auch: Großstädte wie Peking und Shanghai haben nach wie vor immens mit Smog zu kämpfen.Deshalb muss man sich das Gesamtbild anschauen. Ein großes Thema ist in China die Entwicklung des Energie-Mixes. Laut einem Report der Vereinten Nationen sind 45 Prozent der im Jahr 2017 weltweit geflossenen Investitionen von einer Höhe von 200 Milliarden US-Dollar in neue Solarzellen-Anlagen, Windkraft, Wasserkraftwerke und Biogasanlagen auf China zurückzuführen. Gleichzeitig legte ein Report des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) im Januar offen, dass die Volksrepublik auch einen großen Teil des globalen Ausbaus von Kohlekraftwerken mitfinanziert. Noch verbrennt die Volksrepublik rund die Hälfte der weltweit eingesetzten Kohle. Und auch sonst läuft nicht alles rund. “Im Winter 2017 beispielsweise wurden alle alten Kohleöfen abgebaut, weil die Regierung ihre Anstrengungen zur Verbesserung der Luftqualität noch stärker durchsetzte. In Peking und Nordchina wurde Kohle durch Gas ersetzt – doch es kam zu Engpässen, die Umstellung lief nicht schnell genug. Und am Ende mussten viele Bürger in der eisigen Kälte ausharren.” Die chinesische Planwirtschaft fordert Opfer, gleichzeitig sorgt sie für Innovationen, die in Deutschland und Europa bislang kaum denkbar sind.“Wusstet ihr, dass Brüssel-Barcelona die gleiche Entfernung ist wie Peking-Shanghai? Aber der Zug ist zwei Mal langsamer und fünf Mal teurer in Europa, wo wir Flugzeuge Fernzügen vorziehen. Im Interesse des Klimas (und unserer Gesundheit) brauchen wir eine ehrgeizige Vision für die europäische Eisenbahn”, schrieb Paul Behrens Anfang März auf Twitter. Für einen besseren Fernverkehr braucht es keine Milliarden-Investitionen in neue InfrastrukturPaul Behrens ist Wissenschaftler an der Universität Leiden in den Niederlanden und beschäftigt sich mit Energie und Umweltveränderungen. Zugfahren in China ist schnell und günstig. Selbst eine Strecke wie von München nach Hamburg mit dem Auto zu fahren, das machen die Chinesen in der Regel nicht.Did you know, Brussels-Barcelona is the same distance as Beijing-Shanghai? But the train is ~2x slower and ~5x more expensive in Europe where we#39;ve chosen planes over long distance trains. For the climate#39;s sake (and our health) we need an ambitious vision for European rail... pic.twitter.com/4TpfVHjYME— Paul Behrens (@DrPaulBehrens) March 10, 2019In Deutschland und Europa ist Zugfahren vor allem: vergleichsweise teuer – und häufig unzuverlässig. Doch Strecken für den chinesischen High-Speed-Train wurden teilweise ohne Rücksicht auf Verluste gebaut. Das kann und darf in Deutschland oder Europa so nicht umgesetzt werden. Behrens hat dennoch einige Ideen, wie sich die EU an China ein Beispiel nehmen könnte. Dafür brauche es nicht unbedingt Milliarden von Euro für immer mehr Infrastruktur. Sondern vielmehr ein Blick darauf, was der Verbraucher für Entscheidungen bezüglich des mittel- und langfristigen Verkehrs zu bewältigen habe. “Der Verbraucher muss einfache, günstige Entscheidungen treffen können”, sagt Behrens.Helfen könnten EU-weite Plattformen, die dem Verbraucher alle Verbindungsoptionen auflisten – Bus, Bahn, Flugzeug. Wie viele andere Experten fordert er zudem auch eine Kerosinsteuer und stattdessen steuerfreie Zugtickets, um mehr Menschen vom Fliegen weg zu bekommen. Mehr zum Thema: Verkehr: In diesen Städten werdet ihr fürs Fahrradfahren bezahlt In unseren Städten findet längst eine Verkehrsrevolution statt – ohne dass wir davon etwas mitbekommen Wie ich mir fast ein E-Auto gekauft hätte ... Auch in Deutschland selbst brauche es nicht zwingend Massen an neuer Infrastruktur, um den Zugverkehr attraktiver zu gestalten, sagt Don Dahlmann. Ein Weg in die richtige Richtung könnte der Bundesverkehrswegeplan 2030 sein, den die Bundesregierung im Jahr 2015 vorgestellt hat. 41 Prozent der finanziellen Mittel sollen in die Bahn investiert werden.“Dennoch gibt es sicherlich einen Investitionsstau und auch eine Menge Missmanagement, vor allem vor dem Hintergrund der Digitalisierung”, sagt Dahlmann. Auch das Problem mit den ländlichen Regionen bleibt. “In den letzten Jahren wurden sehr viele Bahnstrecken stillgelegt, sprich in abgelegeneren Regionen werden die Menschen noch lange auf Autos angewiesen sein.”Aber das Grundsystem Bahn würde ja funktionieren, einige Strecken wurden ausgebaut, vor allem auch Schnellstrecken. “Aber die gibt es bislang vor allem auf der Nord-Süd-Achse und nicht auf der Ost-West-Achse. Die Bahn muss einiges angehen in den kommenden zehn Jahren.”Hoffentlich muss dann niemand mehr sonntagabends am Bahnsteig frieren, um auf den Ewigkeiten verspäteten ICE zu warten. (jkl) http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117402-elektromobilitat-und-high-speed-train-was-deutschland-von-ch Sun, 24 2019 07:24:38 GMT http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117402-elektromobilitat-und-high-speed-train-was-deutschland-von-ch "Wir gelten als kriminell": So ticken die Eltern, die ihre Kinder nicht in die Schule schicken wollen Eine kleine Minderheit von Eltern will die Schulpflicht in Deutschland nicht akzeptierenDas hat verschiedene Gründe - viele von ihnen aber sind Anhänger des sogenannten FreilernensWas treibt diese Eltern an? Warum begehen sie eine Straftat, indem sie ihre Kinder nicht in die Schule schicken? Milian ist acht Jahre alt und kann schon im Hunderttausender-Bereich rechnen. Seine 15-jährige Schwester Mia beherrscht Grafikdesign-Programme, von denen die meisten Erwachsenen noch nie gehört haben.Gelernt haben sie das allerdings nicht in der Schule. Denn die beiden besuchen keine Bildungseinrichtung - ebenso wie die anderen fünf Kinder von Line Fuks.Fuks bezeichnet sich selbst als “schulverweigernde Mutter”. “Ich leite meine Kinder zum Schule Schwänzen an”, sagt sie.Schulverweigerer-Eltern nehmen einen mühsamen Kampf mit den Behörden in KaufIn Deutschland leben nach Schätzung der Kultusministerkonferenz bis zu 1000 Eltern, die ihre Kinder bewusst nicht in die Schule schicken. Andere Schätzungen gehen sogar von einer noch höheren Zahl aus. Sie alle brechen damit das Gesetz. Denn die Schulpflicht in Deutschland gilt für alle Kinder. Den Schulverweigerer-Eltern ist das aber egal - und viele nehmen dafür sogar einen anstrengenden Kampf gegen die Behörden in Kauf. Eine Familie aus Hessen klagt gerade sogar vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte um die Erlaubnis zu erhalten, ihre Kinder zuhause unterrichten zu dürfen.Ausnahmegenehmigungen gibt es bislang nur für Kinder, die dauerhaft krank sind und deswegen nicht am Unterricht teilnehmen können oder für Eltern, die aus beruflichen Gründen unterwegs sind und ihre Kinder nicht an einem Ort in die Schule schicken können. Dazu zählen zum Beispiel Zirkusfamilien.Ein Verstoß gegen die Schulpflicht kann abhängig vom Bundesland entweder ein vierstelliges Bußgeld zur Folge haben oder sogar eine Haftstrafe für die Eltern.Freilerner-Konzept: Kinder sollen nur lernen, was sie interessiertWas aber bringt Eltern dazu, dieses Risiko einzugehen? Wieso empfinden sie die Schulbildung als nicht ausreichend für ihre Kinder?Für Fuks ist die Antwort darauf klar: “Kinder sollen lernen, was sie interessiert und nicht, was auf dem Lehrplan steht”, sagt sie. Für sie ist der Lehrplan ein “Leerplan” - weil vieles, was ein Mensch wirklich für sein Leben braucht, darin nicht vorkomme, wie sie sagt.“Lernen in der Schule ist wie Pappe essen”, heißt es auf Homepage der “Wildnisfamilie”, wie die Mutter sich und ihre Kinder selbst nennt.Fuks gehört zum Kreis der sogenannten Freilerner-Eltern. Diese Eltern sind der Meinung, die Schule sei nicht der richtige Platz für ihre Kinder. Sie setzen sich für eine aus ihrer Sicht “freie Bildung” ein.Das bedeutet: Das Kind soll sich nur mit dem beschäftigen, wofür es sich auch interessiert, ohne festes Schema und Prüfungen wie in der Schule.Unterschied zwischen Freilernen und HomeschoolingFreilernen unterscheidet sich vom sogenannten Homeschooling, bei dem die Eltern ihre Kinder nach einem vorgegebenen Lehrplan zuhause unterrichten.Fuks hat über das Freilernen ein ganzes Buch geschrieben. Auf der Homepage gibt die gelernte Kinderkrankenschwester Interessierten Buchhinweise und Tipps zu dieser Art des Lernens.Freilerner-Eltern folgen den Theorien bekannter Lernexperten wie Gerald Hüther. Er kritisiert seit Langem, die Schule nehme den Kindern den Spaß am Lernen und Entdecken und hindere sie daran, ihr Potenzial auszuschöpfen.Anders als in Deutschland sind in fast allen europäischen Ländern alternative Bildungswege erlaubt und damit auch Homeschooling, der Unterricht zu Hause nach einem festen Lehrplan. Auch in den USA ist Homeschooling sehr viel weiter verbreitet als in Deutschland.Einige Länder erlauben zudem das von Fuks und ihrer Partnerin praktizierte Freilernen, Portugal zum Beispiel.Viele dieser Familien gehen ins AuslandDeswegen sind die beiden mit ihrer Patchworkfamilie dorthin ausgewandert und leben mit ihren Kindern in einem Wald im Zentrum des Landes.“In Deutschland wurden wir für unsere Entscheidung beschimpft und kriminalisiert”, sagt Fuks. “Andere Eltern warfen uns vor, dass wir unseren Kindern etwas Schreckliches antun, wenn wir sie nicht in die Schule schicken.”Auch Kati S. und David T. aus Brandenburg haben entschieden, sich dem Schulsystem zu entziehen: Das Paar aus Brandenburg ist mit zwei Töchtern seit fünf Jahren auf Weltreise. Die Mädchen lernen unterwegs.Um sich Anfeindungen zu ersparen, wollen die beiden ihren ganzen Namen nicht in der Zeitung lesen.Die Mutter hat vorher selbst als Grundschullehrerin in Deutschland gearbeitet. Dort habe sie die Erfahrung gemacht, dass das Schulsystem nicht zu den Bedürfnissen der Kinder passe: “Man müsste jedem Kind beim Lernen individuell begegnen”, sagte sie dem “Berliner Kurier”. “Das passt aber mit den Lehrplänen nicht zusammen.”Eltern aus Hessen klagen vor Gericht für eine Aufhebung des Homeschooling-VerbotsDa sie und ihr Mann die Rahmenbedingungen auch in Waldorf-, Montessori und freien Schulen zu eng gesteckt finden, sahen sie keine andere Möglichkeit, als das Land zu verlassen.Damit hat die Familie zwar ihre Heimat auf unbestimmte Zeit aufgegeben, erspart sich aber das, was ein Paar aus Hessen gerade durchlebt.Dirk und Petra Wunderlich halten die Schulpflicht für eine “Freiheitsbeschränkung” und haben deswegen im April dieses Jahres Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Das Urteil steht noch aus.Die Polizei hatte die vier Kinder abgeholt, nachdem Wunderlich und seine Frau die Sprösslinge zu Hause unterrichtet hatten und sich weigerten, sie auf eine öffentliche Schule zu schicken.Die Abholaktion der Polizei beschreibt Wunderlich als “furchteinflößend”. Die Haustür sei mit einem Rammbock geöffnet, die Wohnung “gestürmt”, die Eltern zur Seite gestoßen und die Kinder “weggezerrt” worden.Einer der Gründe für die Schulverweigerung: ReligionDass die Wunderlichs ihre Kinder nicht in die Schule schicken wollen, hat andere Gründe als bei Line Fuks oder dem Paar aus Brandenburg. Sie sind streng religiös und wollen nicht, dass ihre Kinder mit bestimmten Themen - etwa im Sexualkundeunterricht - in Berührung kommen.Die Familie ist kein Anhänger des Freilernens. Die Eltern wollen durchsetzen, dass sie ihren Nachwuchs per Homeschooling selbst unterrichten dürfen.Dass das Gericht den Wunerlichs recht gibt und das Homeschooling-Verbot kippt, schätzen Experten aber als eher unwahrscheinlich ein.Selbst Andreas Thonhauser, dessen Nichtregierungsorganisation Familie Wunderlich in Straßburg vertritt, glaubt nicht, dass die Klage Erfolg haben wird. “Wir hoffen aber, dass eine Diskussion darüber in Gang kommt, ob ein komplettes Verbot noch zeitgemäß ist”, sagte er der Deutschen Presseagentur (dpa), als die Klage eingereicht wurde.Ein Sprecher der Kultusministerkonferenz hält eine solche Reform allerdings für unrealistisch: “Die Haltung ist klar. Es gibt eine Schulpflicht. Punkt”, sagt er.Experten raten von der Aufweichung der Schulpflicht abDennoch: Schulpflicht ist ein Reizthema, das zeigt sich an der teils sehr scharf geführten Debatte.Während einige Eltern und so mancher Lernforscher die Schulpflicht für überholt halten, warnen viele Experten davor, die Regelung aufzuweichen.“Ich verstehe diese Eltern ja bis zu einem gewissen Punkt”, sagt Ilka Hoffmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft der HuffPost. “So wie das Schulsystem derzeit organisiert ist, werden die Kinder tatsächlich in ihrer Entfaltung eingeschränkt.”Eltern die Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder zu überlassen, hält sie trotzdem für den falschen Weg -vor allem aus gesellschaftlichen Gründen.Gewerkschaftlerin warnt vor sozialer Spaltung“Schule ist ein sozialer Ort”, betont sie. “Dort lernen Kinder, Konflikte zu lösen und im Team zu arbeiten. Außerdem merken sie, wenn sie auf andere Kinder treffen, wie vielschichtig unsere Gesellschaft ist.”Hoffmann geht sogar so weit zu sagen: Eine Abschaffung der Schulpflicht würde die soziale Spaltung befördern und den Frieden in Deutschland massiv gefährden.“Damit würde die Verantwortung beim Thema Bildung komplett auf die Eltern übergehen”, sagt sie - “und der Staat würde dann noch weniger in den Bereich investieren.”Verlierer wären die ärmeren Familien, die es ohnehin schon schwer haben. “Sozial benachteiligte Eltern würden auf der Strecke bleiben, wenn sich niemand um die Bildung ihrer Kinder kümmert”, sagt Hoffmann.“Schon jetzt haben Kinder aus ärmeren Familien deutlich schlechtere Chancen als die aus Mittel- und Oberschicht. Diese Ungleichheit würde deutlich zunehmen, wenn Kinder nicht mehr in die Schule gehen müssen.”Stärken der Kinder werden in der Schule zu wenig gefördertDie Erziehungsexpertin ist aber der Ansicht, dass sich am Schulsystem dringend etwas ändern müsse. Sie plädiert - wie Lernexperte Hüther - für mehr Freiräume für die Kinder. Und sie sagt auch: “Die Kinder sind heute viel mehr Reizen und Belastungen ausgesetzt als noch vor 20 Jahren. Damit muss die Schule umgehen können.”Um das zu leisten, brauche es deutlich mehr Lehrer, die wiederum besser psychologisch geschult seien, sagt Hoffmann. “Lehrer müssen besser mit den Eltern umgehen lernen, und für den Notfall auch mit dem Jugendamt. Die sozialen Probleme in Deutschland werden zunehmen, dem muss sich die Schule stellen.”Für Line Fuks müsste sich das Schulkonzept noch viel grundlegender ändern, damit sie mit ihren Kindern nach Deutschland zurückkehren würde. “Was ich mir wünschen würde, wäre ein Lernort, an den die Kinder freiwillig gehen können”, sagt sie - “ohne Lehrplan, damit die Kinder frei entdecken können, was in ihnen steckt.”Dass Homeschooling und Freilernen in Deutschland bald offiziell erlaubt wird, ist eher unwahrscheinlich. Keine der größeren Parteien, mit Ausnahme der AfD, sieht vor, die Schulpflicht abzuschaffen. Die Linke will sie sogar von neun auf zehn Jahre verlängern.Doch so uneinig sich Experten und Eltern in vielen Punkten beim Thema Bildung sind, so sehr stimmen die meisten von ihnen in einer Überzeugung überein: dem Wunsch nach einem veränderten Schulsystem, das viel stärker auf die Stärken und Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes eingeht. http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117340-wir-gelten-als-kriminell-so-ticken-die-eltern-die-ihre-kinde Thu, 28 2019 09:52:53 GMT http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117340-wir-gelten-als-kriminell-so-ticken-die-eltern-die-ihre-kinde Kinderarzt Remo Largo kritisiert Erziehungsratgeber: "Es ist viel wichtiger, das Kind zu verstehen" Soll ich mein Baby bei mir im Bett schlafen lassen? Darf ich es schreien lassen, wenn es nachts aufwacht? Bis zu welchem Alter soll ich mein Kind stillen? Und soll es lieber Brei bekommen oder gleich feste Nahrung?Junge Eltern stellen sich viele Fragen. Ihre größte Angst ist es, Fehler zu machen. Fehler, die sich womöglich nie wieder rückgängig machen lassen. Und die Antworten auf ihre Frage finden viele von ihnen in Erziehungsratgebern. Die Regale mit solchen Publikationen für Eltern in den Buchhandlungen sind daher meterlang.Doch Pädagogen sehen den Ratgeber-Boom mit Skepsis. Wenn Eltern sich zu sehr auf diese Literatur fixieren, warnen die Experten, können sie ihren Kindern schlimmstenfalls sogar schaden.Largo hält die meisten Erziehungsratgeber für kontraproduktivDer wahrscheinlich bekannteste Kritiker von Erziehungsratgebern ist der Schweizer Kinderarzt Remo Largo. Nur wenige Experten im deutschsprachigen Raum haben sich so intensiv mit dem Thema Kindesentwicklung beschäftigt wie er. Sein Buch “Babyjahre” gehört seit fast zwei Jahrzehnten zur Grundausstattung junger Eltern.Den Großteil der neuen Erziehungsratgeber hält Largo für kontraproduktiv. “Die meisten dieser Bücher behandeln nur ein bestimmtes Thema und sind problemorientiert”, sagte er der HuffPost.“Was mache ich, wenn mein Baby nicht durchschläft? Was, wenn es den Brei nicht essen will? Ich halte von dieser Art von Ratgeber nicht viel.”Sie seien sehr direktiv geschrieben und versprächen, dass es auf das eineProblem auch die eine Lösung gebe. “Doch DIE Lösung in dem Sinne gibt es beim Thema Erziehung nicht”, sagt er.“Diese Form von Erziehungsratgebern macht die Eltern hilflos”Die Folge, so warnt Largo, seien Ratlosigkeit bei den Eltern und Schaden für die Kinder. “Diese Form von Erziehungsratgebern macht die Eltern hilflos - und die Kinder leiden darunter, dass die Eltern ihr Problem nicht lösen können.”Der Kinderarzt erläutert das an einem Beispiel: “Nehmen Sie etwa einen Ratgeber zum Thema Schlafstörung. Da wird den Eltern also direktiv gesagt, was sie tun sollen. Doch was ist, wenn diese eine Methode nicht funktioniert? Dann können die Eltern ein weiteres Buch kaufen oder sich irgendwann Hilfe bei einem Experten suchen.”Dass Ratgeber in vielen Fällen mehr Negatives ausrichten als sie nützen, kritisieren auch andere Experten. “Viele Eltern, die unsere Beratungsstelle aufsuchen, sind durch die vielen unterschiedlichen Ratgeber verunsichert”, sagte Bettina Lamm, Familientherapeutin und Entwicklungspsychologin an der Universität Osnabrück, der “Rhein Main Presse”.Fehlende praktische Erfahrung verunsichert ElternSie und andere Wissenschaftler beobachten, dass das Phänomen vor allem die gebildete, gut situierte Mittelschicht betrifft. “Die Familiengründung findet meist Ende 20 oder Anfang 30 statt und oft haben Mutter und Vater dann zum ersten Mal in ihrem Leben ein Baby im Arm”, sagte Lamm.Die fehlende praktische Erfahrung verunsichere die Eltern, der Griff ins Bücherregal sei eine logische Folge. Das Problem, so warnt sie: Diese Eltern suchten oft nach der einen, allgemeingültigen Lösung für eine Erziehungsfrage - die nicht existiere, wie auch Largo betont.Statt nach Patentrezepten zu suchen, sollten Eltern lieber eines tun, rät der Kinderarzt: versuchen, das Kind zu verstehen.“Ich habe Hunderten von Kindern dabei zugesehen, wie sie groß geworden sind”, sagt Largo. Er habe immer versucht, kein Ratgeber zu sein und auch keine zu schreiben.Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich“Stattdessen ist es mein Ziel, den Eltern zu erklären, wie ihr Kind tickt und welche Bedürfnisse es hat. Denn nur wenn die Eltern ihre Kinder verstehen, können sie auch ihre Probleme lösen.”Die Paar- und Familienberaterin Ursula Keller ist sehr ähnlicher Ansicht. “Ein guter Erziehungsratgeber berücksichtigt, dass Kinder sich unterschiedlich entwickeln”, sagte sie dem Onlineportal “familienleben.ch”.“Vorsichtig sollten Eltern immer dann auf einen Erziehungsratgeber reagieren, wenn er versucht, Patentrezepte zu verkaufen. Denn Patentrezepte, die für alle Familien gelten, gibt es nicht.”Sie nennt außerdem einen weiteren Punkt, der aus Ihrer Sicht gegen die Lektüre vieler Erziehungsratgeber spricht: “Die Ratgeber sind oft sehr unterschiedlich. Auf gleiche Fragen bieten sie unterschiedliche Antworten. Das kann Eltern zusätzlich verwirren.”“Die eine Lösung für die Probleme aller Kinder gibt es nicht”Entwicklungspsychologin Lamm rät verunsicherten Eltern, die zu ihr in die Familientherapie kommen: “Packt die Bücher weg und vertraut eurem Bauch” - auch wenn sie wisse, dass das nicht einfach sei und meist erst beim zweiten oder gar dritten Kind gelinge, wie sie selbst sagt.Auch für Kinderarzt Largo ist die Sache klar: “Jedes Kind ist einmalig”, sagt er. “Die eine Lösung für die Probleme aller Kinder gibt es nicht. Wenn Eltern ihr Kind und seine Entwicklung verstehen, brauchen sie all die Erziehungsratgeber nicht.” http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117339-kinderarzt-remo-largo-kritisiert-erziehungsratgeber-es-ist-v Thu, 28 2019 09:56:54 GMT http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117339-kinderarzt-remo-largo-kritisiert-erziehungsratgeber-es-ist-v Das schwarze Loch: Wie der Brexit die britische Politik zerstört hat Am Donnerstag ist das britische Unterhaus einmal mehr eine Lachnummer. “No. No. No. No. No. No. No. No”, titelte der “Guardian”. Tags zuvor hatten die Abgeordneten acht Brexit-Optionen zur Auswahl. Sie lehnten sie alle ab. Der Austrittsprozess ist längst zur Farce verkommen. Auch mehr als zwei Jahre nach dem Referendum ist nicht klar, wie Großbritannien nun eigentlich die EU verlassen will. Ob es nach dem Austritt eine enge Anbindung an die EU wünscht oder nicht. Keine Option hat eine Mehrheit. Jede Parlamentsdebatte wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten liefert. Wie konnte es soweit kommen? Der Brexit habe das politische System zerstört, sagen die fassungslosen Beobachter in Westminster und im ganzen Land. Was sie damit meinen: Die britische Politik schafft es nicht mehr, den Willen der Bürger angemessen in politische Entscheidungen zu übertragen. Der Brexit hat ein Loch in der britischen Politik aufgedeckt. Es ist dabei, das politische Leben langsam zu verschlingen. Diese Zahlen zeigen, wie blockiert das politische System ist Einige wenige Zahlen reichen, um die Umrisse des Lochs zu skizzieren. ► 2016 stimmten bekanntlich 52 Prozent der Briten bei der Volksabstimmung für den EU-Austritt, 48 Prozent dagegen. Aber im Unterhaus sind 75 Prozent der Abgeordneten für den EU-Verbleib, wie eine Untersuchung der “Financial Times” zeigte. Sie müssen also eine Entscheidung umsetzen, die sie eigentlich nicht unterstützen. ► Hinzu kommt: Der Wille zum EU-Ausstieg oder -Verbleib zieht sich wie ein Riss quer durch alle Parteien. In der sozialdemokratischen Labour-Partei gibt es Politiker, die sogar einen Austritt ohne Abkommen befürworten. Bei den konservativen Tories kämpfen Politiker noch immer für einen Verbleib in der EU. Am Mittwoch hatten beide großen Parteien Großbritanniens dann auch mit Abweichlern bei allen acht Abstimmungen zu kämpfen.Keine Partei schafft es, einen einheitlichen politischen Willen im Brexit-Prozess zu formulieren. Das Referendum 2016 lieferte hierfür auch keinen eindeutigen Auftrag. Mehr als Drinbleiben oder Rausgehen stand nicht auf dem Wahlzettel. What happened with the indicative votes last night?- No option got a majority in favour- Lots of MPs abstained- Options on a confirmatory referendum on the PM#39;s or a customs union had the most supportHow the parties broke down belowFollow here or @instituteforgov for more pic.twitter.com/bOQbFSJUZT— Marcus Shepheard (@MShepheard) March 28, 2019► Dabei ist die Brexit-Frage für Wähler weit wichtiger als die Frage, welcher Partei sie sich eigentlich nahe fühlen. In einer Umfrage des britischen Meinungsforschungsinstituts NatCen Social Research gaben 44 Prozent der Befragten an, dass sie sich sehr stark mit einer Seite der Brexit-Debatte identifizierten. Nur neun Prozent sagten das über ihre Parteizugehörigkeit. Der Brexit hat das politische System umgewälzt. Er hat aufgezeigt, dass sich die politischen Koordinaten von links und rechts verschoben haben.Linke Labour-Anhänger ist die Frage der Einwanderung und der kulturellen Identität wichtiger als ihre Parteizugehörigkeit, sie stimmten für den EU-Austritt. Konservative Tory-Wähler sehen die EU positiv, sie stimmten für den Verbleib. Und ein Großteil fühlt sich vom politischen System gar nicht mehr repräsentiert und fremdelt mit den Parteien. Es sind gerade diese Zahlen zur Identifikation mit den Parteien, die eine Frage nahelegt: Warum gibt es in Großbritannien keine bedeutende politische Kraft, die für eine Seite der Brexit-Debatte, also für den EU-Verbleib oder den -Austritt, kämpft? Warum gibt es keine politische Figur, die jenen fünf Millionen Briten eine Stimme gibt, die kürzlich eine Petition für den EU-Verbleib unterzeichneten? Kann es einen britischen Macron geben?► Großbritannien hat eine Brexit-Partei: Ukip, die UK Independence Party. Im Unterhaus spielte Ukip aber kaum eine Rolle. Nach internen Streitereien nach dem Referendum wählten 2017 gerade einmal 590.000 Briten die Protest-Partei. Zur Erinnerung: Über 17 Millionen hatten für den Austritt gestimmt. ► Es gibt in der politischen Landschaft des Vereinigten Königreichs auch eine Partei, die für den EU-Verbleib kämpft: die Liberal Democrats. Nach einer Koalition mit den Tories verlor die Partei 2015 allerdings 48 Sitze im Unterhaus – und konnte sich davon nicht mehr erholen. Alle Beobachter in Großbritannien sprechen davon, dass die politische Mitte zerbröselt. Hardliner wie der Konservative Jacob Rees-Mogg beherrschen die öffentliche Debatte, Labour ist unter dem Sozialisten Jeremy Corbyn weiter nach links gerückt. Und dennoch scheint in diesem System kein Platz für eine neue Partei frei zu werden, die aus dem Brexit-Chaos Kapital schlägt. Das liegt auch am politischen System selbst. Georgina Wright arbeitet am Think Tank Institute for Government und berichtet der HuffPost am Telefon von all den Schwierigkeiten, mit denen kleine Parteien in Großbritannien zu kämpfen haben. Aufgrund des Mehrheitswahlrechts schafften es kleine Parteien meist nicht, überhaupt Sitze im Unterhaus zu ergattern. Wright spricht auch über die insgesamt elf Abgeordneten, die sich kürzlich von den Tories und von Labour abspalteten und die Independent Group gründeten. “Sie sind keine Partei, sie haben keinen Zugriff auf die Parteifinanzierung”, sagt die Expertin. Außerdem seien viele Fragen offen: Dürften die unabhängigen Abgeordneten Komitees vorsitzen? Wie viel Redezeit im Unterhaus und damit Aufmerksamkeit stehe ihnen zu? Seit Monaten spekulieren die Medien über eine neue, zentristische Partei, die sich das Brexit-Chaos zu nutze machen könnte, so wie das Frankreichs Präsident Emmanuel Macron 2016 mit seiner Bewegung En Marche tat. Wright aber sagt: “Ich warne vor der Vorstellung eines britischen En Marche, ich glaube nicht, dass es dafür genug Druck gibt.”Wie schwer sich neue Parteien in Großbritannien tun, zeigte die Wahl 1983. Vier Labour-Politiker hatten zusammen mit einem liberalen Kollegen eine neue Partei, die SDP–Liberal Alliance, gegründet. Die SDP erreichte 25 Prozent bei den Wahlen, bekam aber nur 23 Sitze. In den meisten Wahlkreisen verloren ihre Kandidaten schlicht gegen die Kandidaten von Labour und den Tories. Die blassen Figuren auf dem politischen ParkettDiese Einschränkungen für neue politische Kräfte dürfte auch der Grund sein, warum keine politische Figur sich in der Brexit-Debatte vorwagt. Die Independent Group gibt sich vorsichtig. Auch Wochen nach der Abspaltung ist noch immer nicht klar, ob die Abgeordneten wirklich eine neue Partei gründen wollen. Chuku Umunna, Sprecher der Gruppe und einstiger Labour-Shootingstar, ließ eine Anfrage der HuffPost dazu unbeantwortet. Aber auch in der Brexit-Debatte bleibt die Independent Group blass. “Die Politik ist zerstört. Lasst sie uns ändern”, steht auf ihrer Webseite.Das Wort “Brexit” aber sucht man vergeblich in einer Mitteilung der Independent Group, das ihr Programm vorstellen soll. “Wir glauben an starke Allianzen mit unseren engsten europäischen und internationalen Verbündeten in den Bereichen Handel, Regulierung, Verteidigung, Sicherheit und Terrorismusbekämpfung”, mehr findet sich dazu nicht. Auch sonst ist in Großbritannien außer der schottischen SNP, die regionale Interessen vertritt, kein politischer Akteur zu finden, der EU-freundlichen Wählern eine Heimat geben würde. Ed Miliband, früher die Hoffnung von Labour, postet lieber witzig gemeinte Fotos von Eisbechern auf Twitter, während seine Partei im Brexit weiterhin einen Eiertanz zwischen Verbleib und Austritt aufführt, um nur ein Beispiel zu nennen. House of Commons catering sense of humour klaxon pic.twitter.com/yICRgqEla1— Ed Miliband (@Ed_Miliband) March 27, 2019Und das obwohl die Folgen des Austrittschaos für das politische Leben in Großbritannien verheerend sein werden. Die Briten haben den Brexit sattFragt man Bekannte in Großbritannien, wie sie den Brexit verfolgen, hört man oft: Die meisten Menschen würden den Fernsehsender wechseln, um sich die neusten Nachrichten zum Brexit nicht anhören zu müssen. “Ich dachte, Donald Trump hat Amerika zur Lachnummer der Welt gemacht. Aber es fühlt sich an, als wären wir jetzt die Lachnummer”, sagte eine Britin kürzlich Channel 4. Es war noch die harmloseste Wortmeldung aus der Bevölkerung, die der britische Sender zum Brexit einfing.  "It#39;s all gone a bit tits up, really."Outside the Westminster bubble, @JonSnowC4 went to speak to the people of Egham in the Home Counties about how Brexit is going. #BrexitMayhempic.twitter.com/2CrpB5a904— Channel 4 News (@Channel4News) March 14, 201990 Prozent der Befragten nannten das Verhalten der britischen Regierung im Brexit in einer Umfrage kürzlich eine “nationale Demütigung”. Das Vertrauen in die Politik befindet sich an einem Tiefpunkt. Denn: Auch wenn der Brexit alle Aufmerksamkeit aufsaugt, machen sich die Briten um ganz andere Dinge sorgen. “Der Brexit ist das Hauptanliegen in Westminster, aber er ist nicht das Wichtigste für viele Menschen”, sagt Tom Clarkson der HuffPost. Er leitet die Umfragen über den Brexit am Institut Britain Thinks. Bei Umfragen zu den wichtigsten politischen Themen werde der Brexit meist gar nicht genannt, erklärt Clarkson. Lebenshaltungskosten, Lebensmittelpreise, Mieten, Gesundheitsvorsorge, Kriminalität – all diese Dinge würden die Menschen viel mehr beschäftigen, als der stets abstrakt bleibende Austritt aus der EU. Aber bei diesen Themen gibt es keine Bewegung, die Politik bleibt mit dem EU-Austritt beschäftigt. Clarkson jedenfalls hält eine neue Partei für möglich. Es gebe eine Sehnsucht nach neuen politischen Anführern, nach neuen Ideen, nachdem die Tories und Labour bisher so enttäuschten, betont er. “Eine neue Partei bräuchte symbolische Politikvorschläge, um die Massen zu begeistern. Der Brexit reicht hier nicht aus.”Auch Wright vom Institute for Government sagt: “Es muss mehr geben, als nur Widerstand gegen den Brexit oder gegen das, was die Tories oder Labour tun.”Wie geht es weiter für Großbritannien? Derzeit hält der Brexit das Parteiensystem noch zusammen, auch wenn er es gleichzeitig langsam auflöst. Solange der Brexit nicht entschieden ist, wird es wohl keine großen Veränderungen im politischen System geben. Premierministerin Theresa May versprach am Mittwoch ihren Rücktritt, sollten die Abgeordneten ihren mit der EU verhandelten Austrittsvertrag unterstützen. Ihre Tage an der Spitze der britischen Regierung scheinen gezählt, für die Tories bietet das die Chance, sich politisch neu aufzustellen. Auch bei Labour könnte es es Veränderungen geben. “Labour ist ein sehr, sehr fragiles Geschöpf”, sagt John Curtice, Autor der NatCen-Studie über die Parteizugehörigkeit, der HuffPost. Weitere prominente Abgänge sind hier denkbar. Eines aber werde alle politischen Wechsel zunächst überleben, glaubt Curtice: die Brexit-Debatte. “Angesichts der Schwierigkeiten, die wir schon zu Beginn der Debatte haben, werden wir wahrscheinlich bis Ende des Jahres oder sogar noch länger eine intensive Debatte darüber führen.”Die Diskussion über das Verlassen der EU gebe es seit Jahrzehnten in Großbritannien. Und so bald wird sie nicht aufhören, sagt Curtice. Sollten sich die Abgeordneten letztlich für ein anderes Brexit-Modell entscheiden, würde der Streit weitergehen. Solange Großbritannien es aber nicht schafft, den Wunsch der Menschen in dieser Debatte in einen einheitlichen politischen Willen zu überführen, wird der Brexit wohl weiter wie ein schwarzes Loch in der Mitte des politischen Systems sitzen und alle Kraft aus ihm saugen. (vw)Anzeige http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117334-das-schwarze-loch-wie-der-brexit-die-britische-politik-zerst Thu, 28 2019 14:46:23 GMT http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117334-das-schwarze-loch-wie-der-brexit-die-britische-politik-zerst Der HuffPost-Blick auf die wichtigsten Nachrichten der vergangenen 12 Monate Es ist die Aufgabe von Journalisten, zu berichten, was in der Welt geschieht. Aufzuschreiben, wer was sagt oder macht. Wo etwas passiert. Und es ist die Aufgabe von Journalisten zu gewichten. Es gibt täglich wichtigere und weniger wichtige Nachrichten. Die wichtigsten Nachrichten bekommen auf der HuffPost-Seite einen prominenten Platz: den Aufmacher, auch “die Eins” genannt. Bei der HuffPost trägt der Aufmacher traditionell den Namen “Splash”. Wer sich durch die Splashes der vergangenen Wochen und Monate klickt, sieht noch einmal die wichtigsten Nachrichten des jeweiligen Tages. Oft lieferten die Aufmacher harte Fakten. Unser Ziel war es aber auch immer, über den Splash ein Ereignis zu erklären oder in den Kontext größerer nachrichtlicher Lagen oder den gesellschaftlichen Kontext zu stellen. Deshalb waren die Aufmacherüberschriften häufig nicht rein nachrichtlich, sondern lieferten im besten Fall eine Einordnung gleich mit. Wir nehmen euch an dieser Stelle mit auf eine Tour durch die wichtigsten Nachrichten der vergangenen zwölf Monate.März 2018: Skripal, Italien, GroKoAm 4. März wählten die Italiener ein neues Parlament. Alle Befürchtungen der Pessimisten wurden wahr: Das Ergebnis lieferte keinen eindeutigen Auftrag an eine Partei oder ein Bündnis, die Regierung zu stellen. Klar war nur: Die beiden Protestparteien, die rechtsradikale Lega und die populistische Fünf-Sterne-Bewegung, waren die Gewinner der Wahl. Tatsächlich würden die beiden Parteien, die vor allem ihre Abneigung gegen die etablierten Parteien eint, später die Regierung stellen. Am Tag nach der Wahl konntet ihr bei uns eine Analyse lesen, welche Faktoren zu dieser Umwälzung des politischen Systems in Italien führten: Am Tag darauf erklärte ein junger Italiener, der wegen der schlechten wirtschaftlichen Aussichten seine Heimat verließ, seine Sicht auf die Wahlen:  Ebenfalls am 4. März wurde der ehemalige russische Doppelagent Sergei Skripal zusammen mit seiner Tochter bewusstlos auf einer Parkbank im englischen Salisbury aufgefunden.Bald stand fest: Die beiden wurden vergiftet. Zum Einsatz kam das Nervengift Nowitschok. Die britische Premierministerin Theresa May machte Russland für den Angriff verantwortlich, es folgte eine schwere diplomatische Krise.Einige Kritiker aber wandten ein: Würde der russische Geheimdienst wirklich so dreist und öffentlich vorgehen wie im Fall Skripal? In der HuffPost erklärte Russland-Experte Boris Reitschuster: Ja, würde er. Denn: “Mordanschläge auf Kritiker und Überläufer liegen völlig in der Logik dieses Systems.”Einige Tage später schilderte der britische Botschafter Sebastian Wood in der HuffPost seine Sicht auf den Anschlag: “Was am 4. März in Salisbury passiert ist, war ein dreister Versuch, Zivilpersonen auf britischem Boden zu ermorden.”Das große innenpolitische Thema des Monats aber war: Nach einer langen Zitterpartie, einem Votum der SPD-Mitglieder eingeschlossen, stand endlich die Neuauflage der großen Koalition. Angela Merkel wurde am 14. März als Kanzlerin wiedergewählt. In der HuffPost waren zudem die vielen kleinen Geschichten zu lesen, die an diesem Tag im Bundestag passierten. Zusammengetragen damals von unserem Parlamentskorrespondenten Lennart Pfahler. Würde die neue GroKo mehr leisten können als die alte? Die Regierung jedenfalls startete, ohne sich ein 100-Tages-Ziel zu stecken. Und sie begann auch damit, wichtige Entscheidungen zunächst zu vertagen: Das Kabinett Merkel IV bot aber auch neue Gesichter auf, wie die ehemalige Neuköllner Bürgermeisterin Franziska Giffey. Ein “Glücksgriffey” für die SPD, wie Parlamentskorrespondent Jürgen Klöckner in einem Kommentar argumentierte: Die GroKo-Minister verloren sich aber erstmal in alten Debatten: Da war die Aussage von Innenminister Horst Seehofer, der Islam gehöre nicht zu Deutschland.Eine Muslima antwortete ihm in der HuffPost in einem offenen Brief: Oder da war die von Jens Spahn losgetretene Debatte, ob Menschen mit Hartz IV wirklich arm seien. HuffPost-Kolumnist Sebastian Christ schrieb über die Strategie, mit der Spahn zu Beginn des Jahres Aufreger wie am Fließband fabrizierte: “Den Shitstorm auf sich zu ziehen, ist zu einem Mittel der politischen Kommunikation geworden.”April 2018: Trumps Syrien-Angriff und der Korea-GipfelAm 4. April 2017 starben bei einem Giftgas-Angriff durch Soldaten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad 86 Menschen. US-Präsident Donald Trump deutete bald einen militärischen Vergeltungsanschlag an. Und die Welt spekulierte: Würde es amerikanische Bomben hageln – oder nicht?Bereits im Februar hatte der syrische Filmemacher Humam Husari der HuffPost aus dem belagerten Ghouta am Telefon berichtet, wie die Menschen den Giftgas-Krieg Assads erlebten – während im Hintergrund zu hören war, wie in der Ferne ein Artillerie-Geschoss einschlug. Am Morgen des 14. April dann wusste die Welt: Die USA hatten tatsächlich drei Stützpunkte Syrien angegriffen. US-Präsident Trump veranlasste das Bombardement ohne Einwilligung der US-Kongresses. Die Luftangriffe auf Syrien seien eine Gefahr für die Demokratie, so kommentierte HuffPost-Redakteur Josh Groeneveld die Ereignisse. Aber im April folgten auch positive Nachrichten. Bei einem historischen Gipfel beendeten Süd- und Nordkorea formell den seit Jahrzehnten geltenden Kriegszustand zwischen beiden Ländern. Auf der koreanischen Halbinsel gibt es seitdem Hoffnung auf eine Annäherung und auf die nukleare Abrüstung des mörderischen Kim-Regimes. Mai 2018: Trumps Iran-Entscheidung, Özil, Populisten in Rom und der Bamf-SkandalDer Mai hielt eine weitere richtungsweisende Entscheidung von Trump parat: Der US-Präsident kündigte das Atomabkommen mit dem Iran auf. Die HuffPost erklärte die Argumente, die für und gegen diese Entscheidung sprachen: Junge Iraner berichteten in der HuffPost zudem, welche Hoffnungen und welche Sorgen sie mit diesem Schritt von Trump verbanden. Die einen jubelten, die anderen fürchteten einen Angriff der USA: Der Aufreger wenige Tage später in Deutschland: Die DFB-Stars Mesut Özil und Ilkay Gündogan hatten sich mit dem türkischen Präsidenten in London getroffen und dem zunehmend autokratisch regierenden Recep Tayyip Erdogan Trikots überreicht. In Italien nahm unterdessen die Populisten-Regierung von Lega und Fünf Sterne Gestalt an. Unsere italienischen Kollegen lag exklusiv ein erster Entwurf eines Koalitionsvertrags vor, der europaweit Schlagzeilen machte.Für Aufregung sorgte, dass in dem Dokument von einem massiven Schuldenerlass durch die Europäische Zentralbank als auch von einem möglichen Ausstieg Italiens aus dem Euro die Rede war. Beide Forderungen schafften es nicht in den endgültigen Vertrag. Neun junge Italiener erklärten in der HuffPost schließlich, was sie von dieser neuen, ungewöhnlichen Regierung hielten.Das große Thema unterdessen in Deutschland: der vermeintliche Skandal in der Bremer Bamf-Behörde. 1.200 Asylbescheide waren angeblich falsch ausgestellt worden, von Bestechung und Betrug war die Rede. “Es steht ein Verdacht im Raum: Nämlich der, dass wichtige Entscheidungen in diesem Staat ein Preisschild haben”, kommentierte HuffPost-Autor Sebastian Christ. Erst Wochen später würde sich herausstellen: Der “Skandal” war sehr viel kleiner, als zunächst angenommen. Juni 2018: G7, Trump-Kim-Gipfel, Asylstreit, Russland-WM, Türkei-WahlJetzt bitte anschnallen. Denn der Juni war ein irrer Nachrichtenmonat.Als der G7-Gipfel schon vorbei ist, machte US-Präsident Trump seine Zustimmung zur Abschlussbestimmung per Tweet rückgängig. Ein historischer Affront: Einige Tage später folgte der nächste große Auftritt von Trump: In Singapur traf er Nordkoreas Diktatur Kim Jong-un – und rang ihm einige vage Zusagen ab. “Win for Kim”, titelte die HuffPost. Tags zuvor hatte Wan Heo, Redakteur bei der südkoreanischen Ausgabe der HuffPost, erklärt, warum sich Kim mit dem US-Präsidenten treffen wollte. Eine zentrale Rolle spielten dabei die “Jangmadang”, die traditionellen Märkte Nordkoreas, und die vom Kim-Regime gewollte wirtschaftliche Öffnung.In Deutschland eskalierte unterdessen der Streit zwischen Innenminister Seehofer und Bundeskanzlerin Merkel um Zurückweisungen an der Grenze. Wir sprachen mit Experten…… spielten verschiedene Szenarien in einer undurchsichtigen Situation durch…… und fassten die Geschehnisse von hektischen Tagen in Protokollen zusammen. Während Deutschland stritt, ertranken im Mittelmeer weiter Migranten. Seenotretter fanden keine Häfen zum Anlaufen, weil Italien sich abschottete. In der HuffPost kamen die Flüchtlingshelfer zu Wort: Der Streit in der Regierung ging weiter, doch zum Weltflüchtlingstag nahmen wir uns einen Tag Pause und berichteten nicht über den Asyl-Streit, sondern über 69 Menschen, die als Flüchtlinge oder Einwanderer in die Bundesrepublik kamen. “Zuwanderung gab es immer. Sie ist keine Ausnahme, sondern Normalität”, schrieben wir in unserem Aufmacher. Unterdessen hatte in Russland die Fußball-Weltmeisterschaft begonnen. HuffPost-Reporter Jürgen Klöckner verfolgte das Eröffnungsspiel am Fernseher – zusammen mit Anatolii und Julia in Sibirien. Als Deutschland schon in der Vorrunde ausschied, saß HuffPost-Reporter Josh Groeneveld im bayerischen Mühldorf am Inn neben einem AfD-Politiker. Und hörte dessen rassistische Attacken gegen Mesut Özil. Am Ende des Monats wählten dann die Menschen in der Türkei ein neues Parlament. Ein junger Politikwissenschaftler erklärte HuffPost-Reporter Lennart Pfahler in Istanbul, was die Deutschen dringend über die Politik in seinem Land verstehen müssten: In Europa tobte auch weiterhin ein Streit um die Grenzen. In der HuffPost sagten 28 junge Europäer: “Liebe Staats- und Regierungschefs, halten Sie Europa offen, frei und vor allem ohne Mauern und Zäune!”Juli 2018: Immer noch Asylstreit und eine Debatte über RassismusIm Juli ging es weiter mit einem streitlustigen Seehofer… … mit einem noch streitlustigeren Seehofer…… und, nach einer Einigung im Asyl-Streit, mit einem frustrierten Seehofer. CDU und CSU einigten sich auf sogenannte Transitzentren an der Grenze. In der HuffPost berichtete der Iraner Behrouz Boochani von seinem Leben in einem australischen Flüchtlingslager auf der Insel Manus. Wir selbst besuchten ein Flüchtlingslager in Bamberg, das als eine Art Labor der CSU für die verschärfte Asylpolitik der Partei diente: Union und SPD legten schließlich den Asylstreit bei, die Transitzentren wurden gestrichen. Aber auf Deutschland wartete die nächste hitzig geführte Debatte: Mesut Özil trat als Nationalspieler zurück und nannte rassistische Anfeindungen als einen der Gründe für seine Entscheidung. ″Über das Islam-Problem in den Köpfen der Deutschen müssen wir reden”, kommentierte Sebastian Christ für die HuffPost.Zehn Deutschtürken berichteten in der HuffPost, dass sie Özils Gedanken und Gefühle nachempfinden könnten. Mit dem Hashtag #MeTwo löste schließlich Ali Can in den sozialen Medien eine gigantische Debatte über Alltagsrassismus aus. In der HuffPost erklärte er seine Beweggründe: AnzeigeAugust 2018: Aufstehen, Pegizei und ChemnitzIm August, nach Wochen voller Spekulationen, warb Sahra Wagenknecht für ihre linke Sammlungsbewegung “Aufstehen”. Eine solche Bewegung gebe es längst in Deutschland, kommentierte Parlamentskorrespondent Jürgen Klöckner – und nahm das Umfragehoch der Grünen vorweg: Ende August starb ein Mann in Chemnitz nach einem Streit, zwei Asylbewerber wurden als Tatverdächtige verhaftet. Danach versank die Stadt in Chaos, rechte Demonstranten bedrohten Passanten, die ausländisch aussehen. Am Tag darauf waren wir vor Ort, als eine Demonstration von Rechtsradikalen außer Kontrolle zu drohen geriet: Zusammen mit unseren Kollegen von FOCUS Online ließen wir 20 Chemnitzer zu Wort kommen, die sich gegen rechte Hetze und Gewalt wandten:  September 2018: Chemnitz, Maaßen, BrinkhausDas erste Wochenende im September begann mit einem Charity-Konzert gegen Rechts. “Denkt an Sachsen, wenn die Bühne nicht mehr steht”, appellierte Dennis Heldt an die deutsche Politik. Während die Bands auf der Bühne im Chemnitzer Stadtzentrum noch spielten, besuchte HuffPost-Reporter Josh Groeneveld eine AfD-Veranstaltung. Und erlebte, wie sich eine Frau allein gegen den Hass der Rechten stellte: Der damalige Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen bezweifelte schließlich, dass es in Chemnitz zu “Hetzjagden” auf Migranten gekommen sei. Beweise blieb er zunächst schuldigt. “Hans-Georg Maaßen wird zu Deutschlands oberstem Verschwörungstheoretiker”, kommentierte die HuffPost. Der Fall wuchs sich umgehend zu einer Regierungskrise aus. Die Kanzlerin forderte Maaßens Abgang, die SPD ebenfalls, Seehofer aber hielt an ihm fest. Nachdem SPD-Chefin Nahles zunächst einer Absetzung und gleichzeitigen Beförderung Maaßens zugestimmt hatte, bekam sie den Zorn ihrer Parteimitglieder zu spüren – und vollzog eine Wende. Maaßen wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Das zweite große Thema im September: der Protest im Hambacher Forst. In der HuffPost berichtete ein Aktivist, mit welcher Vehemenz die Polizei gegen die Demonstranten vorgehe.Wenige Tage später kam es zu einem Unglück: Ein Journalist stürzte bei einem Großeinsatz aus den Bäumen fünfzehn Meter in die Tiefe und starb. Ende September spielte sich ein waschechter Polit-Krimi ab: Merkel verlor einen ihrer wichtigsten Verbündeten, Volker Kauder, bis dahin Unionsfraktionschef. Der Neue: Ralph Brinkhaus. Unsere Korrespondenten Lennart Pfahler und Jürgen Klöckner lieferten ein Protokoll eines ungewöhnlichen Tages: Oktober 2018: Bayern-Wahl, Hessen-Wahl, Merkel-Dämmerung, KhashoggiIm Oktober standen zwei Landtagswahlen an. In Bayern musste die CSU nicht nur das einstige Ziel der absoluten Mehrheit aufgeben, sondern gar eine komplette Blamage befürchten. Wir erklärten den Absturz der Konservativen mit einer Reportage aus einem kleinen Dorf in Niederbayern: Am Tag nach der Wahl besuchten wir einen Grünen-Kandidaten am Chiemsee, wo die CSU einbrach und die Grünen jubelten:  Nach der Hessen-Wahl – und einem weiteren dramatischen Einbruch von Union und SPD – prophezeiten wir das Ende der GroKo. Und sollten schon von den Entwicklungen am nächsten Tag überrascht werden…… denn Angela Merkel verkündete ihren Rückzug von der Parteispitze. Wir stellten die aussichtsreichsten Kandidaten für ihre Nachfolge vor: Das große außenpolitische Thema war der Mord an dem saudischen Journalisten Dschamal Khashoggi. Die diplomatischen Spannungen zwischen der Türkei und Saudi-Arabien hatten das Potenzial, das Machtgefüge im Nahen Osten gehörig umzuwälzen, wie wir erklärten: November: Midterms, Migrationspakt, Ukraine-KonfliktDie USA wählten einen neuen Kongress. Es war der erste Stimmungstest für US-Präsident Trump seit Amtsbeginn. Wir berichteten aus einem kleinen Vorort im US-Bundesstaat Virginia, wo vor allem unter Frauen die Wut über Trump groß war: Und wir führten ein Interview mit Deb Haaland, die zusammen mit einer Demokraten-Kollegin als erste Ureinwohnerin in den Kongress einzog:  Deutschland diskutierte unterdessen über den UN-Migrationspakt, dabei war das Dokument monatelang größtenteils ignoriert worden. Doch eine Kampagne von Rechtsextremen kanalisierte zunächst die Ablehnung gegen den Pakt – und machte ihn zum Gesprächsthema in ganz Europa, wie HuffPost-Redakteur Marco Fieber damals rekonstruierte. Ende des Monats schaute Europa besorgt auf den Osten Europas: In der Meerenge zwischen der Schwarzmeerhalbinsel Krim und dem russischen Festland blockierte die russische Küstenwache den Weg von ukrainischen Schiffen, drei ukrainische Schiffe wurden beschossen. In der HuffPost erklärten fünf junge Ukrainer, wie sie die Eskalation vor der Krim erlebten: Dezember: Gelbwesten und CDU-ParteitagBereits seit Ende Oktober gingen Franzosen in gelben Westen auf die Straße, blockierten Kreisverkehre und riefen ihre Parolen. Der Protest hatte sich an der Umweltpolitik der Macron-Regierung entzündet, richtete sich aber auch gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die liberale Politik der französischen Regierung. In der französischen Ausgabe der HuffPost erklärte einen Grünen-Politikerin, von welchen Sorgen ihr Teilnehmer einer Gelbwesten-Demo berichtet hatten: Anfang Dezember wählte die CDU in Hamburg Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen Vorsitzenden. Für uns die Chance, mal schlechte und mal bessere Wortspiele zu machen. Hier eine Auswahl einiger Aufmacher von unserer Berichterstattung vor Ort: Kurz vor Weihnachten führte der Streit in den USA um Trumps gewünschte Grenzmauer zu Mexiko zu einem teilweisen Regierungsstillstand. HuffPost-Redakteur Josh Groeneveld erklärte den US-Präsidenten zum “Grinch”: Januar 2019: Daten-Klau im Bundestag und BrexitDas neue Jahr begann mit einem massiven Daten-Diebstahl bei Bundestagsabgeordneten.Seit Ende November beschäftigte der Brexit Woche um Woche Europa. Damals hatten sich Großbritannien und die EU auf den Austrittsvertrag geeinigt, Premierministerin Theresa May aber scheiterte daran, im Unterhaus eine Mehrheit für den Deal zu organisieren. Bereits im Dezember berichteten wir über Steve Bray, den wohl bekanntesten Anti-Brexit-Demonstranten Großbritanniens. Wir erklärten vor der ersten Abstimmung von Mays Deal, die scheitern sollte, die Einzelheiten: Februar 2019: Brexit, Brexit, Brexit und der Kaschmir-KonfliktIm Februar ging es weiter mit dem Brexit – und unseren Erklärstücken, um im britischen Chaos den Überblick zu behalten: Unsere britischen Kollegen berichteten zudem aus zahlreichen Hintergrundgesprächen: Im Umfeld von Theresa May kursiere die Angst, dass die Premierministerin auch den Austritt ohne Abkommen samt seiner verheerenden Folgen nicht mehr scheue: Ende des Monats eskalierte der seit langem schwelende Kaschmir-Konflikt. Nach dem schwersten Anschlag auf indische Sicherheitskräfte in der Region seit Jahren griff Indien ein angebliches Terror-Camp der mutmaßlichen Drahtzieher nahe der pakistanischen Stadt Balakot an. Pakistan schoss daraufhin zwei indische Kampfflugzeuge ab.Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy erklärte in der HuffPost, warum der Streit zwischen Indien und Pakistan um die Provinz Kaschmir zu den gefährlichsten Konflikten der Welt gehört: März 2019: Witze über Minderheiten, Europa, Brexitshambles, Christchurch und Klimastreiks Der März begann mit der Empörung über Annegret Kramp-Karrenbauer, die im Karneval über Intersexuelle gespottet hatte. Frankreichs Präsident schrieb einen offenen Brief an alle Europäer – und erhielt zunächst ausweichende Antworten: Noch immer beschäftigte der Brexit Europa. Wir riefen einen Labour-Abgeordneten an und befragten ihn zu seinem Kompromiss-Vorschlag, der das Unterhaus aus der Brexit-Sackgasse befreien soll: Mitte März betrat ein Mann im neuseeländischen Christchurch eine Moschee und begann, auf die Betenden zu schießen. Später griff er noch eine weitere Moschee an, 50 Menschen starben. Internetnutzer aus aller Welt konnten dem Täter zusehen – er streamte die Attacke live über Facebook.Wir beschäftigten uns daher mit der Rolle, die soziale Medien bei terroristischen Anschlägen spielen: Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern bekam viel Lob für ihren einfühlsamen Politikstil nach dem Anschlag. HuffPost-Redakteurin Uschi Jonas schrieb: “Neuseelands Premierministerin ist der Beweis, dass die Welt mehr Frauen an der Macht braucht!”Der letzte Eintrag in dieser nun wirklich langen Liste an Aufmachern soll jenen Menschen gehören, die unsere Zukunft sind. Zehntausende Kinder und Jugendliche gehen derzeit jeden Freitag auf die Straße, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Dafür müssen sie sich von Politikern teils abfällige Kommentare anhören. Wir fragte einige junge Demonstranten, was sie über die Kritik der Erwachsenen denken:  http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117328-der-huffpost-blick-auf-die-wichtigsten-nachrichten-der-verga Fri, 29 2019 11:14:48 GMT http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117328-der-huffpost-blick-auf-die-wichtigsten-nachrichten-der-verga Das letzte Mal: Zum Abschied die besten Sex-Stellungen der HuffPost Lieben, leiden – und dann das plötzliche Aus: Wir alle kennen den beißenden Trennungsschmerz, der auf das Ende einer langjährigen Beziehung folgt.So sehr es allerdings auch weh tun kann, wenn ein Lebensabschnitt zu Ende geht: Warum sollte man es kurz vor Schluss nicht noch einmal richtig krachen lassen? Mal ganz ehrlich: Wer hatte, kurz bevor man seinen Partner verlassen hatte, nicht noch ein aller-, allerletztes Mal ausgiebig Sex mit ihm – oder hat zumindest mal daran gedacht?Die HuffPost Deutschland schließt: Abschiedsbrief an die Leserinnen und LeserDiesem letztem Mal Sex mit dem fast schon Ex-Partner liegt eine ganz besondere Magie inne: die letzten gemeinsamen Berührungen und Küsse austauschen, das letzte Mal nach dem Akt aneinander geschmiegt im Bett liegen – um sich dann von diesem gemeinsamen Kapitel zu verabschieden.AnzeigeAuch wenn unser Abschied in der Redaktion nicht ganz so intim ist: Ein letztes Mal wollen wir den Liebesakt an sich feiern, dem wir doch so viele Texte gewidmet haben. Deswegen haben wir unsere besten, aufregendsten und skurrilsten Sexstellungen zusammengetragen – teils liebevoll illustriert von unseren Redakteuren (deren Künste, zugegeben, mehr an das erste als das letzte Mal erinnern).Zum Abschied, ein letztes Mal: Unsere besten Sexstellungen der letzten Jahre.1. “Das horny Einhorn”: Diese Sex-Position ist magischDie Stellung verspricht ein tiefes Eindringen in die Vagina, während sich Mann und Frau sehr nahe kommen.► Wer es besonders intensiv mag, kann die Einhorn-Stellung noch mit Handarbeit ergänzen: Mit der freien Hand oder einem Vibrator kann der Mann die Klitoris seiner Partnerin stimulieren.Hier geht’s zum vollständigen Beitrag.2. Im Bett naschen: Die Apfelstrudel-Sex-Stellung sorgt für zuckersüßes Vergnügen View this post on InstagramA post shared by Sex Positions Club (@sexpositions_club) on Feb 8, 2018 at 7:53am PSTEine Sex-Stellung so verführerisch wie ein Dessert: Bei der Apfelstrudel-Position sind beide Partner eng miteinander verschlungen – ähnlich eines Teigblatts, das sich um den süßen Apfel schmiegt. Diese Stellung bietet nicht nur besonders liebevollen und intimen Sex, weil sich die Partner körperlich sehr nahe kommen. Sie ist auch noch so bequem, dass man sie sogar frühmorgens und schlaftrunken genießen kann – wie ein süßes Frühstück im Bett.Hier geht’s zum vollständigen Beitrag3. Sex-Stellung “Eiffelturm”: Doppelte Penetration für die FrauDer Legende nach erfanden alliierte Soldaten 1944 in der frisch befreiten Stadt der Liebe diese Stellung. Bei ausgelassenen Siegesfeiern sollen sich die Soldaten Frauen ‘geteilt’ haben und auf eine besonders heiße Variante des Sex zu Dritt gekommen sein.Hier geht’s zum vollständigen Beitrag.4. Dreibeiniger Hund: Diese Sex-Stellung hält euch an kalten Wintertagen warm View this post on InstagramA post shared by Sex Positions Club (@sexpositions_club) on Jan 28, 2018 at 11:50am PSTDer dreibeinige Hund, im Kamasutra auch “Indian Style” genannt, bietet einige Vorteile:► Das angewinkelte Bein ermöglicht es dem Mann, besonders tief einzudringen.► Die Stellung sorgt für einen speziellen Winkel, bei dem der Penis nicht nur die Klitoris zusätzlich stimuliert, sondern auch den G-Punkt besser treffen kann. ► Die Position erlaubt es euch, das Schlafzimmer zu verlassen und neuen Schwung in euer Liebesleben zu bringen.Hier geht’s zum vollständigen Beitrag.5. Schnecken-Sex: Nach dieser Stellung könnten faule Paare süchtig werden View this post on InstagramA post shared by Lebisou (@jeulebisou) on Nov 19, 2018 at 8:14am PSTBesonders für Frauen kann die Stellung sehr erregend sein: Da der G-Punkt in der Schneckenstellung besonders stimuliert wird, ist die Schnecke ideal, wenn ihr Probleme habt, zum Orgasmus zu kommen. Bei der Schnecke hat der passive Partner die Hände frei, beispielsweise, um den aktiven Partner zu berühren.Die Schnecke lässt sich auch perfekt mit langsamen, tiefen Stößen verbinden. Hier geht’s zum vollständigen Beitrag.6. Sex-Position: Hoch die Flossen – die “Meerjungfrau” müsst ihr unbedingt ausprobierenBei dieser Position liegt die Frau auf einer erhöhten Fläche auf dem Rücken, zum Beispiel auf dem Bett oder auf einem Tisch. Gerne kann sie auch ein Kissen unter ihren Po legen, um die Hüften ein wenig mehr anzuheben.Dann streckt sie ihre Beine möglichst gerade nach oben (okay, ein bisschen gelenkig sollte man schon sein) und presst sie möglichst eng aneinander – als wären die Beine, ähnlich einem Meerjungfrauen-Schwanz, zusammengewachsen.Hier geht’s zum vollständigen Beitrag.7. Hier “kommt” Flipper: Die Delfin-Sex-Stellung sorgt für Liebesvergnügen Die Frau stellt sich vor den Mann und wendet ihm ihre Rückseite zu. Dann hebt sie ein Bein, streckt dieses nach hinten aus und schlingt es um seine Hüfte. Spätestens jetzt sollte sich ein maritimes Feeling einstellen – wer schon einmal auf hoher See auf einem schwankenden Boot versucht hat, die Balance zu halten, weiß, wie es sich anfühlt, auf einem Bein stehend Sex zu haben.Hier geht’s zum vollständigen Beitrag.8. Schlitten-Sexstellung: So bringt ihr Fahrt in euer Sexleben View this post on InstagramA post shared by Bad Girls Bible (@badgirlsbible) on Aug 14, 2017 at 8:54am PDTFür die sportlicheren unter euch, könnt ihr eure Beine auch gerade ausstrecken und hoch halten. Dadurch kann euer Partner die sonst nur schwer zugänglichen Stellen besser treffen.Hier geht’s zum vollständigen Beitrag.9. Kleopatra-Stellung: Bei dieser Position vergnügen sich Frauen königlichDas Tolle an dieser Stellung ist: Die Frau hat die volle Kontrolle. Sie kann ihre Hüften frei bewegen, sich auf- oder absetzen, sie leicht kreisen lassen und dem Mann so nahe kommen, wie sie es sich gerade wünscht, während sie ihren wachsamen Blick auf ihn richtet. Ob die Ägypter es wohl auch schon so gemacht haben? Es bleibt ein ewiges Geheimnis.Hier geht’s zum vollständigen Beitrag.10. Der Zauberberg: Diese Sexstellung bringt euch auf neue HöhenNach einem langen, anstrengenden Arbeitstag gilt für viele Paare: Ab aufs Sofa, Fernseher an und entspannen. Wer dennoch ein wenig Lust auf Sex hat, seinen inneren Schweinehund aber nicht überwinden kann, der sollte den “Zauberberg” ausprobieren. Die Position eignet sich für alle Paare, die lieber auf dem Sofa liegen bleiben und nebenbei vielleicht auch Netflix laufen lassen wollen.”Hier geht’s zum vollständigen Beitrag. http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117320-das-letzte-mal-zum-abschied-die-besten-sex-stellungen-der-hu Fri, 29 2019 11:22:47 GMT http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117320-das-letzte-mal-zum-abschied-die-besten-sex-stellungen-der-hu Kita-Elternvertreter befürchten Corona-Spätfolgen Die Bedürfnisse von Kindern und Eltern werden in der Corona-Krise nach Ansicht der Landesvertretung der Kita-Eltern stark vernachlässigt. "Am meisten tut es den Eltern weh zu sehen, dass andere Interessengruppen bevorzugt werden", sagte der Landesvorsitzende Axel Briege der Deutschen Presse-Agentur. http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117270-kita-elternvertreter-befurchten-corona-spatfolgen Tue, 26 2020 05:45:16 GMT http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2117270-kita-elternvertreter-befurchten-corona-spatfolgen Verbrechen in Bad Oeynhausen - Hausmeister tötet Freundin und ruft Polizei In der Nacht zu Montag ist in Bad Oeynhausen eine Frau gewaltsam ums Leben gekommen.Foto: Foto: Ralf Meier http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2116625-verbrechen-bad-oeynhausen-hausmeister-totet-freundin-und-ruf Mon, 25 2020 13:38:36 GMT http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2116625-verbrechen-bad-oeynhausen-hausmeister-totet-freundin-und-ruf Mutter von ausgesetztem Säugling in Psychiatrie Nach dem Fund eines frisch entbundenen Säuglings in einem Gebüsch in Norderstedt ist die 26 Jahre alte Mutter nun in einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden. Dem wenige Tage alten Sohn der Frau gehe es indes besser, sagte ein Polizeisprecher am Montag in Bad Segeberg. "Der Zustand des Kind http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2116282-mutter-von-ausgesetztem-saugling-psychiatrie Mon, 25 2020 09:15:05 GMT http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2116282-mutter-von-ausgesetztem-saugling-psychiatrie Wertvolle Beute bei Einbruch in Bad Berka Geld und Schmuck im Wert von rund 100.000 Euro haben Einbrecher in Bad Berka (Weimarer Land) erbeutet. Unklar blieb, ob dabei ein oder mehrere Täter am Werk waren. Wie die Polizei am Sonntag berichtete, wurde bei dem Einbruch am Freitag ein Fenster des Einfamilienhauses aufgehebelt. Dadurch gelangte http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2115206-wertvolle-beute-bei-einbruch-bad-berka Sun, 24 2020 09:23:16 GMT http://bad-blankenburg.aufdemnetz.de/news/2115206-wertvolle-beute-bei-einbruch-bad-berka